Die geplante Erweiterung der Zürcher rechts im Bild
Siegreich – Meili + Peter haben den Wettbewerb zum Ausbau des Sprengel-Museums in Hannover gewonnen. Zunächst werde der 25 Millionen Euro teure Entwurf der Zürcher Architekten aber auf seine Machbarkeit hin geprüft, teilte die Stadt Hannover am vergangenen Montag mit. Das Museum für zeitgenössische Kunst soll um einen 4350 m2 grossen Erweiterungsbau ergänzt werden. Kernbestand des von Stadt und Land Niedersachsen getragenen Museums ist die Sammlung des hannoverschen Schokoladenfabrikanten Bernhard Sprengel, darunter Werke der klassischen Moderne, der Merzkunst sowie der amerikanischen Kunst aus den späten 1960er-Jahre. Zum Wettbewerb mit Präqualifikation waren 65 TeilnehmerInnen eingeladen waren, wobei deren 13 bereits vom Auslober gesetzt wurden, darunter auch EM2N. fh
(Verhalten) optimistisch –erhöhter Auftragsbestand, bescheidene Erwartungen: Architektur- und Ingenieurbüros beurteilten ihre Geschäftslage im Januar 2010 weiterhin positiv. Dies ergab die neuste Erhebung der ETH-Konjunkturforschungsstelle (KOF) im Auftrag des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA), dabei ist die Stimmung unter den IngenieurInnen besser als unter den ArchitektInnen. Letztgenannte bewerten ihre Geschäftslage im Januar 2010 insgesamt als gut, dies zeigt sich auch beim Auftragsbestand: Knapp 40% beurteilen ihn als gross, gegenüber dem Vorquartal hat er indes etwas abgenommen. Auch die Beurteilung des ausländischen Auftragsbestandes ist etwas schlechter als im 3. Quartal, die Reichweite der Aufträge liegt derzeit bei rund 9 Monaten. Die Bausumme für neue Projekte ist gegenüber dem Vorquartal insgesamt geringfügig gesunken, vor allem der Wirtschaftsbau entwickelte sich schlecht, aber auch die Bausummen seitens der öffentlichen Hand rutschten ins Minus. Hinsichtlich der Zukunft sind die Architekturbüros etwas zuversichtlicher als im Vorquartal: Über 16% der Unternehmen gehen von einer Verbesserung der Geschäftslage in den kommenden Monaten aus, auch bei den Aufträgen erwarten mehr ArchitektInnen eine Verbesserung als eine Verschlechterung. Die Beschäftigungsplanung ist etwas weniger optimistisch als im 3. Quartal, aber nach wie vor verhalten positiv; der Spielraum bei den Honorarsätzen ist hingegen abermals enger geworden. Über 16% der Architektur- und Ingenieurfirmen erwarten sinkende Honorarsätze, die nach wie vor gute Geschäftslage bewirkt jedoch, dass fast jedes vierte Büro plant, die Zahl der Beschäftigten zu erhöhen. Rund 65% wollen die Belegschaft zumindest konstant halten und nur 12% planen einen Abbau. fh
Bild: sohu.com
Geht künftig neue und eigene Wege: Ole Scheeren
Unabhängig – Ole Scheeren, langjähriger Partner bei OMA und Projektleiter der CCTV Headquarters in Beijing (gewagt 17|08), verlässt seinen bisherigen Arbeitgeber. Nach 15 Jahren Zusammenarbeit mit Rem Koolhaas und OMA sei es für den deutschen Architekten an der Zeit, neue (eigene) Wege zu beschreiten, dies gab OMA am letzten Montag bekannt. Rem Koolhaas möchte nun das Büro in Beijing ein wenig verkleinern sowie jenes in Hongkong ausbauen. Aktuell sind in Asien eine Reihe von Projekten im Bau oder stehen kurz vor Baubeginn, darunter ein Masterplan für das West-Kowloon-Quartier in Hongkong, das Taipei-Performing-Arts-Zentrum in Taiwan, die Börse in Shenzhen sowie der Campus des Chu-Hai-College, ebenfalls in Hongkong. Scheeren seinerseits ist neu Gastprofessor an der Universität von Hongkong. fh
Bild: Hartmut Nägele
Projekt für Gondo nach dem Erdrutsch von Durrer Lingi mit Jürg Schmid
Gebirgig – 14 Millionen Menschen leben im Alpenraum, die meisten von ihnen jenseits der romantischen oder idylischen Klischees oder Vorstellungen, die gerade StädterInnen gerne projizieren. Eine im Mai zu eröffnende Ausstellung in Meran (Italien) möchte Einsichten zur Wohn- und Lebensweise in den Alpen vermitteln. Zu diesem Zweck hat ein dreiköpfiges Kuratorenteam aus München – Eva Herrmann, Markus Kuntscher, Peter Ebner –, unterstützt von einer sechzehnköpfigen Jury aus Architektur und Landschaftsgestaltung, in einem mehrmonatigen Prozess aus über 200 Projekten nun deren 37 ausgewählt. Dabei waren weniger spektakuläre Einfamilienhäuser oder temporäres Wohnen in Ferien- und Tourismusdestinationen von Interesse, sondern vielmehr unterschiedliche nachhaltige Siedlungsentwicklungen, welche entsprechende Bezüge zum alpinen Kontext formulieren. Die ausgestellten Projekte sind alle nach 2000 erstellt worden und weisen mindestens fünf Wohneinheiten auf; mit dabei aus der Schweiz sind u.a. Wohnhäuser für den Wiederaufbau von Gondo von Durrer Linggi mit Jürg Schmid, das Alters- und Pflegeheim Santa Rita in Ried-Brig von bhend.klammer oder die Chesa Mariöl in Zuoz von Könz Molo. Zur Ausstellung wird bei Birkhäuser eine Publikation erscheinen, u.a. mit Essays von Miha Dešman, Köbi Gantenbein, Hansjörg Hilti, Wojciech Czaja, Loredana Ponticelli, Christian Schittich und Axel Sowa. Kunst Meran, 14.05.-12.09., mehr Info hier.fh
Bild: luwind.ch
Basel ruft...
Unterwegs – Sie sind in Basel und wissen vor lauter guter Architektur nicht, was Sie sich anschauen sollen? Hierfür gibt es nun Abhillfe. Lutz Windhöfel, Architekturhistoriker und -publizist bietet Architekturführungen in Basel sowie im angrenzenden Deutschland und Frankreich an, insgesamt deren neun. Darunter gibt es etliche Spezialtouren, etwa solche, die sich exklusiv dem Schaffen von Herzog & der Meuron widmen; möglich sind sowohl Führungen für einzelne Personen als auch ganze Gruppen. Hier geht's zur Website mit mehr Informationen. fh
Bild: wohnwunsch.ch
Minergie – ein Irrweg?
Provokativ: Podcast der Woche – Saisonaler Wärmespeicher statt Minergie: Nicht der Energieverbrauch ist das Problem, sondern der Schadstoffausstoss, meint Hansjürg Leibundgut, Professur für Gebäudetechnik an der ETHZ. Auf das Bauen übertragen heisst das, viel wichtiger als dicke Isolationen sind saubere Heizungen. Die Sonne liefert mehr als genug Energie, sie muss nur richtig genutzt werden. Die grossen Wärmedämm-Anstrengungen der letzten Jahre, unter anderem mit dem Label Minergie, zielen folglich in die falsche Richtung – provokative Äusserungen, die nicht jeder und jedem gefallen dürften... Hier geht's zum Podcast von Radio DRS 1 vom 01.03. (Echo der Zeit). fh