|  | |  Die ausgebaute Terrihütte auf der Greina | Nicht die Spitzenkapazität, sondern die Qualität zu erhöhen – insbesondere auch für längere Aufenthalte – war ein deklariertes Ziel des jüngsten Ausbaus der Terrihütte. Der erratisch wirkende Baukörper von Gion A. Caminada (der übrigens den diesjährigen Deutschen Kritikerpreis in Architektur erhalten hat, wir gartulieren!) ist – ganz in der Tradition der alten SAC-Hütten – aus Stein erstellt, der in der näheren Umgebung eingesammelt wurde. Die 1925 errichtete und seither mehrmals umgebaute Hütte erscheint heute dennoch als homogenes Ganzes, sollten die Bauepochen wohl verwischt, jedoch nicht ganz ausgewischt werden. Die Terrihütte ist von Vrin im Lugnez aus in rund vier Stunden, von Olivone am Lukmanier über die Greinaebene in etwa sechs Stunden zu erreichen – eine mögliche Destination also für jene, die zu Fuss unterwegs sind in ihren Ferien… ib |
|  | |  Neuer Halt auf dem Weg in den Süden – oder zurück in den Norden… | Auf dem automobilen Weg in den Süden – passiert man an der N13 vor Thusis seit Kurzem die Mitte Juni eröffnete Raststätte Viamala. Gebaut wurde sie von Ivano Iseppi und Stefan Kurath. Der eingeschossige mehrgliedrige Bau spielt einerseits mit der Silhouette der Berge, gleichzeitig können die leicht schräg gestellten Wände und das gewissermassen als Vorbau herausgestellte Dach über der Tankstelle den Reisenden an Zeltarchitekturen erinnern – womit das Gebäude für Meerliebhaberinnen wie für Bergfreunde Assoziationen von Freizeit und Freiheit wecken kann. ib |
|  | | | Kontingentieren ja, aber wie? – im Oberengadin werden inskünftig nur noch 12'000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche pro Jahr für den Zweitwohnungsbau bereitgestellt, so hat der Kreisrat vor einer Woche mit der Verabschiedung des neuen Richtplans entschieden. So weit, so gut – oder auch nicht? Denn Linke und Umweltschützer orten einen Verstoss gegen den demokratischen Rechtsstaat, schrieb die Südostschweiz am 28.06. Stein des Anstosses ist ein von der bürgerlichen Ratsmehrheit genehmigter Ausnahmeartikel, der besagt, dass Bauvorhaben im öffentlichen und volkswirtschaftlichen Interesse ganz oder teilweise von der Kontingentierung befreit werden können. Öffentliches oder volkswirtschaftliches Interesse, kann dies nicht (fast) alles sein? Der St. Moritzer Kurdirektor Hanspeter Danuser (gefüllt 02|08) sieht dies etwas entspanner und meint: «Ich traue der Bevölkerung zu, dass sie von Fall zu Fall richtig entscheidet. Solange dies nicht die Bauämter übernehmen, ist das in Ordnung.» Ziel müsse schliesslich insgesamt sein, möglichst wenige neue Kapazitäten zu schaffen und die bestehenden möglichst gut zu nutzen. Deswegen brauche es eine gewisse Flexibilität für Modelle wie das Rockresort in Laax, wo sich die Eigentümer verpflichten müssen, ihre Wohnungen auch an Dritte zu vermieten. ib |
|  | |  Eine Ikone Chicagos, der Tribune Tower | Shoppen im grossen Stil – erst kürzlich sollen Investoren aus Abu Dhabi für eines von New Yorks Wahrzeichen, das Chrysler Building, 800 Millionen Dollar geboten haben, nun gibt es Interessenten für Ikonen aus Chicago und Los Angeles – den Tribune Tower und LA Times Mirror Square –, meldete Archinect verschiedentlich. Doch mit Hochhäusern allein ist der Hunger gewisser Immobilienhändler nicht gestillt, auf ganze Stadtteile werfen sie bereits ihre Augen, wusste der britische Guadian bereits im Frühjahr zu berichten. So wurde zahlreichen alteingesessenen Ladenbetreibern in Sandringham Court in Londons Chinatown gekündigt, weil der Investor, Rosewheel, eine Mall plant. Damit soll aber nicht nur alte Bausubstanz ersetzt und für Händler die Ladenmiete massiv erhöht werden, sondern Chinatown Gateway, die neue Mall, wird auch zu einem schliessbaren, privatisierten Raum. Auch in Liverpool gibt es ein vergleichbares Grossprojekt. In privaten, öffentlich zugänglichen Bereichen bestimmt nun jedoch der Besitzer, was man darf und was nicht. The Guadian schreibt dazu: «So there will be no begging, no being homeless, no wearing hoodies. There will be no busking, and often there will be no sitting either, except in designated areas. You will eat and drink where you are told to. You will not skateboard or cycle or behave inappropriately. And as for political demonstrations – don't even think about it.» ib |
|  | |  Out in the green … weniger attraktiv durch hohen Benzinpreis? | Der Benzinpreis und die Frage städtischer Dichte – ob die Dichte in Städten durch den hohen und stets höher steigenden Benzinpreis inskünftig wohl gefördert würde, fragte die New York Times unlängst. So seien etwa in Atlanta, Philadelphia, San Francisco oder auch Minneapolis während der Immobilienkrise die Häuserpreise ausserhalb des Stadtkerns merklich tiefer gefallen als jene in den Zentren. Gewisse Stimmen gehen gar von einem Verschwinden der suburbs aus. Das Szenario ist wohl etwas voreilig, doch zeichnet sich ab, dass die Tendenzen der 1960er- und 1970er-Jahren sich sozusagen in die entgegengesetzte Richtung bewegen. Die Zentren werden aufgewertet, während die Agglos zunehmend verslumen. Was die einzelnen Leute betrifft, bedeutet ein Gang näher zu den Zentren jedoch in der Regel, mit weniger Wohnraum auszukommen. ib |
|  | |  Ascan Mergenthaler von H&deM im Gespräch | Film der Woche – das Büro von Herzog & de Meuron kann man durchaus als Museumsspezialist bezeichnen. Ein aktuelles Projekt ist das neue Parrish Art Museum auf Long Island bei New York. Im vergangenen Frühjahr war im Urban Center in New York eine kleine Ausstellung zum Vorhaben zu sehen, wo auch verschiedene Interviews mit Beteiligten aufgezeichnet wurden. Hier geht's zu einer Auswahl von drei Videos mit am Projekt Beteiligten, so Ascan Mergenthaler, Partner in Charge von H&deM, Douglas Reed, Principal Reed Hilderbrand Associates, und Terrie Sultan, Director Parrish Art Museum. ib |
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