|  | |  Schlafzimmer als Glaseinbauten im ehemaligen Stall des Gasthauses Piz Tschütta | Vnà: ein Dorf hilft sich selbst – beim Dreiländereck Österreich, Italien, Schweiz liegt Vnà. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist über 50, zudem bedroht Abwanderung die Fortexistenz des 70-Seelen-Dorfs – ein Ort, den das Studio Basel sicherlich als Brache einstufen würde. Was tun? Engagierte Unterengadiner haben sich zur Stiftung/Fundaziun Vnà zusammengefunden, das Piz Tschütta gekauft – ein zuvor 10 Jahre leer stehendes Haus am Dorfplatz – und dieses zu einem Gast- und Kulturhaus umgebaut. Und da dieses, zusammen mit dem angrenzenden, modern ausgebauten Stall nur fünf Zimmer anbieten kann, wurde ein Netzwerk unter den Dorfbewohnern aufgebaut. Man schläft also beispielsweise bei der Familie der seit 14 Jahren am Berghang lebenden Holländerin und frühstückt in der Tschütta. So wurde eine Infrastruktur für sanften Tourismus etabliert, die auf bestehende Bausubstanzen und ansässige Human Ressources aufbauen und damit die Fixkosten tief halten kann. Wir wünschen gutes Gelingen! ib |
|  | |  Koolhaas' Casa da Música in Porto | Einflussreichster Architekt – wie engineeringnow.nl vom 06.05. meldete, erstellt das amerikanische Wochenblatt Time jählich eine Liste der weltweit 100 einflussreichsten Personen. Als einziger Architekt – und bereits zum zweiten Mal nach 2006 – schaffte es der 63jährige Rem Koolhaas auf die Liste. ib |
Bild: flickr/nino gualdoni |  | |  Warum nur soll dieser Ara Pacis-Bau nicht in seine Umgebung passen? | Bürgermeister I – Gianni Alemanno, neu gewählter Bürgermeister Roms, verkündete an einer kürzlich abgehaltenen Pressekonferenz, er beabsichtige, das von Richard Meier erstellte und erst 2006 eröffnete Museumsgebäude Ara Pacis abzureissen, es passe nicht ins historische Zentrum Roms. Auch andere «Hinterlassenschaften» seiner «linken» Vorgänger wolle er einer «Revision» unterziehen – den Zeitpunkt jedoch liess er offen. Der Meier-Bau war bereits vor Inbetriebnahme Gegenstand heftiger Debatten gewesen, wie sich etwa in diesem NYT-Artikel nachlesen lässt. ib |
|  | |  Johnson mit Frau Maria auf dem Weg zum Wahllokal | Bürgermeister II – auch London hat einen neuen «starken Mann»: Boris Johnson. Doch noch bevor dieser seine «Prioritäten» auf baulicher Ebene äussern konnte, haben sich verschiedene Architekten und andere Kulturschaffende in The Architect's Journal vom 02.05. mit ihren Voten und Wünschen an den neuen Mayor gewandt: Diese reichen von der Verbesserung der (Verkehrs-) Infrastruktur – insbesondere auch dem Bau neuer Themse-Brücken, um den Nord- und den Südteil der Stadt näher zusammenzubringen – zu innovativen Strategien im Bereich Nachhaltigkeit. Insbesondere aber sprachen sich viele für den Ausbau und die Stärkung öffentlicher Räume aus. ib |
|  | | | Bauen für Despoten – zur letztwöchigen Meldung Diskutieren abends über Hegel: Herzog und de Meuron erreichte uns folgender Leserbrief. Nebst Hegel könnte ein bisschen Kant den beiden Baslern auch nicht schaden, z.B. der «Kategorische Imperativ»: Gerade die Vorbildrolle der Stars beim «Bauen für Despoten» ist für die junge Architektengeneration meiner Meinung nach verheerend. Kant im konkreten Falle würde hier bedeuten: «Handle immer so wie Jacques und Pierre» – noch konkreter «schiebe moralische Bedenken beiseite, suche dir ein totalitäres Regime als Bauherrn und du wirst Grossartiges bauen!». Dass es unseren beiden grossen «Vordenkern» da nicht selbst in den Sinn kommt, sich einer kritischen Diskussion zur Moral ihres Tuns, oder allgemeiner zur Moral des Architekten, zu stellen (wenigstens im eigenen Lande unter Fachkollegen, wie von Gerkan und Ingenhoven) zeugt von einem Mangel an «moralischem Willen» (Hegel!). Herzog und de Meuron (wie Koolhaas) wirken hier, gerade weil sie sich als «philosophierende», also denkende, Architekten vermarkten, als «Speer-Spitze» einer nur noch pseudo-moralischen Elite. Das Denken führt bei unseren Vorbildern also nicht mehr zu einem Handeln im Sinne des Wohles jedes einzelnen Menschen (z.B. dem des chinesischen Wanderarbeiters), sondern dient eher dem Wohl des eigenen Brandings als Architekten und Intellektuellen. Eine gefährliche Tendenz, gerade wenn man über Hegel «philosophiert». Hegels Denken war wohl Wegbereiter des Marxismus, seine Moral war auch philosophische Legitimation des Nationalsozialismus (diente also nichts Geringerem als dem Aushebeln allgemeingültigen Menschenrechts und individueller Entfaltung). Ich würde mir einen Diskurs unter den Schweizer Architekten wünschen, der den alten Kant wieder nach vorne kramt und sinngemäss fragt: Dient mein Bauen dem Wohl der Menschen (inkl. mir selbst), ohne dass dafür die Menschenrechte Einzelner missachtet werden müssen? Philip Loskant, Zürich |
|  | |  Falkenkamera am Hochkamin an der Josefstrasse | Film der Woche – kein Video sei diese Woche hier vorgestellt, sondern die so genannte Falkenkamera von Grün Stadt Zürich, die alle paar Sekunden ein Bild des Nistkastens der Wanderfalken an der Josefstrasse aufnimmt. Erst vor wenigen Tagen haben sich hier die Jungen ein erstes Mal gezeigt. Wenn Sie Glück haben, sehen Sie sie über diesen Link! ib |
|
|